3. Teil zur JW Handelssysteme GmbH: jetzt mit Inkassounternehmen Solvenza24 GmbH

26.07.2013 - Ein weiteres Inkassounternehmen tritt jetzt für die JW Handelssysteme GmbH (Update 07.11.2013: sie nennt sich jetzt B2B Technologies Chemnitz GmbH) auf: Solvenza24 GmbH nennt es sich, als Anschrift wird im Handelsregister noch die Friedrich-Ebert-Anlage 54, 60325 Frankfurt am Main genannt, auf der eigenen Internetseite solvenza.eu gibt man aber die Borsigstraße 35 in 63110 Rodgau an - dort ist der Sitz einer der Schlüsselgestalten dieser Szene, des Michael Burat. Registriert ist sie aktuell beim Handelsregister des Amtsgericht Frankfurt am Main zum Aktenzeichen HRB 96351. Die Firma ist einschlägig bekannt. Es ist ihr vierter Name, bis zum Frühjahr dieses Jahres nannte sie sich DIG Deutsche Internetinkasso GmbH, war registriert beim Amtsgericht Offenbach am Main, davor hatte sie noch andere Namen. Sie trat auch in der Vergangenheit als Geldeintreiber für Abo-Fallen auf und der Einfachheit halber war Michael Burat gleich noch Prokurist der DIG Deutsche Internetinkasso GmbH. In hier vorliegenden Zahlungsaufforderungen verlangt sie von Betroffenen zusätzlich zur Forderung der JW Handelssysteme GmbH noch Zinsen, 45 EUR Inkassokosten und 9,50 EUR Kontoführungskosten.

In dieser Woche begann die Solvenza24 GmbH auch noch damit, Kunden der Vendis GmbH anzumahnen, hinter der Michael Burat steht.

[Zum Blog-Beitrag vom 15.04.2013]

Das wird die Auffassung derjenigen bestärken, die nicht eine Konkurrenz, sondern eine klammheimliche Verbindung zwischen Michael Burat und der JW Handelssysteme GmbH vermuten; nicht nur, weil es schon auffällig war, wie stark die seinerzeit unter der Bezeichnung Melango.de GmbH auftretende JW Handelssysteme GmbH ihre Akquisebemühungen zurück gefahren hatte, als die Vendis GmbH mit Vehemenz für Ihre Seiten Grosshandel-Produkte.de und Grosshandel-Angebote.de warb.

Wer vermeintlich glaubte, dem Ärger mit der JW Handelssysteme GmbH entgehen zu können, wenn er die geforderten 298,80 EUR zahlt, sieht sich einige Tage später einer neuen Überraschung ausgesetzt. Eine Zahlungsaufforderung kommt ins Haus, diesmal über 89 EUR für eine „Einmalige Aufnahmegebühr siehe Preisliste“.

[Muster einer solchen Zahlungsaufforderung]

Tatsächlich gibt es auf den jeweiligen Internetseiten Online-Businessportal.de, mega-einkaufsquellen.de, platz-fuer-gewerbekunden.de, gewerbe-einkauf.de, einkauf-marktplatz.de, beschaffungsplattform24.de, restposten99.de, b2b-Kundenportal.de, b2b-einkaufsplattform.de, b2b-Handelsportal.com, b2b-48.de und nur-gewerbetreibende.de einen Link, der zu einer Preisliste führt. Dort heißt es unter der Überschrift: „Preise gültig ab 10.06.2013“:

„Der Nutzer verpflichtet sich für die Bereitstellung der Zugriffsmöglichkeit auf die Datenbank einen monatlichen Betrag in Höhe von 24,90 Euro (298,80 Euro Jahresbeitrag) und die Aufnahmegebühr in Höhe von einmalig bei Vertragsschluss 89 EUR zu zahlen.“

Offensichtlich spekuliert man bei der JW Handelssysteme GmbH darauf, dass diejenigen, die sich schon bei einem größeren Betrag nicht gewehrt haben, dies auch bei einer geringeren Forderung nicht machen werden.

Vermutlich hat die JW Handelssysteme aber einen Nebeneffekt dieses Tricks nicht beachtet. Bislang war in Rechtsstreiten zwischen der JW Handelssysteme GmbH und Betroffenen der Amtsrichter oder die Amtsrichterin erste und letzte Instanz. Da der Streitwert bei (2*298,80 EUR) 597,60 EUR lag, war eine Berufung nicht möglich; dafür wäre ein Wert von wenigstens 600,01 EUR erforderlich. Rechnet man jetzt aber die 89 EUR dazu, kommt man auf 686,60 EUR. Das reicht aus, um künftig gegen unzureichende Urteile von Amtsgerichten ein Rechtsmittel zum Landgericht einlegen zu können.

Ob die JW Handelssysteme GmbH das Problem anderer Firmen der Abzockerszene teilt? Im vergangenen Sommer berichteten wir in einem Blog-Beitrag berichteten über die Biographie eines früher für die Abzockerszene tätigen Rechtsanwalts.

[Zum Blog-Beitrag vom 24.07.2012]

Man las darin, dass es eines der großen Probleme war, eine Bank zu finden, die für derartige Geschäftszwecke ein Konto führen wollte - zu viele Beschwerden gab es. Zitieren wir aus dem Buch:

„Die Verbraucher hatten eine Achillesferse im System gefunden […] Es war der schlaueste Weg der sich bot, denn er grub das Wasser da ab, wo es fließen sollte. Die Banken, bei denen ich oder meine Mandanten Konten hatten, kündigten uns reihenweise die Geschäftsbeziehung.“„

Jedenfalls ist wieder einmal ein Wechsel der Bankverbindung festzustellen. Aktuell wird von der JW Handelssysteme GmbH ein Konto bei der Volksbank Mittweida genannt.

In weiteren Blog-Beiträgen setzen wir uns mit der JW Handelssysteme GmbH und ihren B2B-Internetauftritten auseinander:

[Zum Blog-Beitrag vom 14.06.2013]
[Zum Blog-Beitrag vom 04./06.07.2013 - hier werden häufige Fragen beantwortet und Sie können unsere Vollmacht herunter laden]
[Zum Blog-Beitrag vom 08.09.2013]
[Zum Blog-Beitrag vom 07.11.2013 mit späteren Aktualisierungen: Unter anderem mit Urteilsdatenbank gegen diese Firma]
[Zum Blog-Beitrag vom 13.01.2014]
[Zum Blog-Beitrag vom 06.07.2014]
[Zum Blog-Beitrag vom 27.01.2015 mit Update vom 05.05.2015]

Es geht bei Abzockfallen, nicht nur der B2B Technologies Chemnitz GmbH/JW Handelssysteme GmbH, um viel Geld. Die Biographie über den früher für die Abzockerszene tätigen Anwalt Olaf Tank belegt dies:

[Zum Blog-Beitrag vom 24.07.2012: Die toten Ratten eines Abzockeranwalts – Drei Lehren für den Kampf]

Auch David Jähn ist seit September 2015 wieder im Abo-Fallen-Geschäft. Mit der Internetseite Habibi.de und einer Habibi.de Media GmbH.

[Zum Blog-Beitrag vom 17.09.2015]

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