Der ALBU Verlag des Alexander Büsch – viel Geld für einen Anzeigenvertrag

03.02.2017 mit diversen Updates, zuletzt vom 11.08.2020 – Mit Stadt- und Land- und sonstigen Karten, die durch Werbeanzeigen finanziert werden sollen, versucht eine Vielzahl von Werbefirmen ihr Geld zu machen – in letzter Zeit immer öfter.

Aus 56070 Koblenz mischt der ALBU-Verlag mit. Als „Verlag für regionale Printmedien Handel, Handwerk, Heilberufe“ bezeichnet er sich. Deren Inhaber ist der im Jahr 1974 geborene Alexander Büsch.

Viel Geld sollen Betroffene für einen Anzeigenvertrag zahlen, verlangt der ALBU Verlag. Für eine eher ungewisse Gegenleistung. Doch so, wie es der ALBU Verlag versucht, dürften keine wirksamen Verträge zustande kommen.


Ein geschäftstüchtiger Außendienstler erscheint

Gewerbetreibende und Freiberufler in ganz Deutschland werden vom ALBU Verlag angerufen. Vor allem solche, die zuvor schon in einer von Kirchen, Kommunen oder ähnlichen Organisationen herausgegeben Publikation eine Anzeige geschaltet hatten Ein Vertreterbesuch wird am Telefon angekündigt. Es sei wichtig, heißt es, der nächste Drucktermin stände bevor.

Dann kommt der Vertreter. Er macht häufig seine Sache gut, jedenfalls aus Sicht des ALBU Verlag des Alexander Büsch. Wenn er den Ort mit einer Unterschrift unter einem Anzeigenvertrag verlässt.

Unabhängig davon, wie der ALBU Verlag es schafft, die Unterschriften unter sein Werbeformular zu ergattern; damit ist kein wirksamer Vertrag zustande gekommen.

Dazu muss man sich nur das Auftragsformular anschauen: „Es werden Info-Träger (DIN A4 Werbebroschüren (IB) bzw. DIN A 1 oder größer bei Werbekarten (BWT) an mindestens 50 Stellen (innerhalb zwei benachbarter Landkreise) versandt“, heißt es. Ob es der Landkreis ist, der links oder rechts vom eigenen liegt, vielleicht aber auch nördlich oder südlich, erfährt man nicht.

Wer die Empfänger sind? „Die Verteilung der Werbemedien erfolgt über ausgewählte Einrichtungen des öffentlichen Rechts (z.B. Stadt- und Kreisbehörden, Innungen, Zulassungsstellen, Krankenhäuser usw.) sowie Inserenten u. Anlaufstellen mit öffentlich zugänglichen Geschäftsräumen und Kundenverkehr“, heißt weiter im Formular.

Doch nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl? Außerdem: wenn den – unbekannten – 50 Adressaten die Werbeobjekte nicht gefallen und sie wegwerfen, ist es aus mit der Werbung.


Aus einer Rechnung werden drei

Es wird zur Vorkasse aufgefordert. 818,72 EUR einschließlich MwSt. werden vom ALBU-Verlag des Alexander Büsch schon mal für eine kleine, 85mm hohe und breite Anzeige verlangt. Das Geld soll innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Rechnung auf ein Konto bei der Stadtsparkasse Koblenz überwiesen werden. Zahlt man schneller, werden auf der Rechnung 3% Skonto angeboten. Das ist weniger, als noch auf dem Anzeigenformular genannt sind. Dort heißt es: „Wir gewähren 5% Skonto auf den Rechnungsbetrag bei Zahlung innerhalb 5 Werktagen nach Erhalt der Rechnung.“

Doch dabei bleibt es nicht. Dreimal soll man innerhalb eines Jahres zahlen, heißt es im Formular. Das sind dann schon stolze 2.456,16 EUR brutto.

Der ALBU Verlag nennt auf ihrem Anzeigenformular als Postanschrift die Friedrich-Mohr-Straße 14 in 56070 Koblenz.

Auf ihren Rechnungen findet sich aber noch eine weitere Adresse: Vierwindenhöhe 82, 56170 Bendorf, knapp 15 km von Koblenz entfernt.

Es gibt eine Internetseite des ALBU Verlag, albuverlag.de. Heute wurde dort ein weiterer Vertreter für die besonderen Kundenbesuche gesucht. Zitat:

„Wir bieten Ihnen ein geregeltes Einkommen in einer krisensicheren Branche, wobei ein Provisionsverdienst von ca. 5.000,-€ mtl. schnell erreicht werden kann […]

Die Verkaufstätigkeit ist leicht erlernbar – Sie können sofort einsteigen

Voraussetzungen:
- eigener PKW und Home-Office [...]“


Noch ein Unternehmen: die ALDANA Media UG

Alexander Büsch hat derweil noch ein weiteres Eisen im Feuer: die ALDANA Media UG (haftungsbeschränkt), die ebenfalls angibt, in der Friedrich-Mohr-Straße 14 in 56070 Koblenz zu sitzen. Anders als der ALBU Verlag ist sie im Handelsregister eingetragen. Dort, im Handelsregister des Amtsgericht Koblenz (HRB 24733) heißt es zu ihr: „Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Verlags- und Werbeagentur.“ Alexander Büsch ist der Geschäftsführer der mit einem Stammpkapital von gerade einmal 300 EUR ausgestatteten ALDANA Media UG. Auch sie sucht heute über ihre Internetseite aldana-media.de „zur Erweiterung unseres Vertriebsteams selbständige Handelsvertreter“, mit eigenem PKW und Homeoffice.


Solche Forderungen lassen sich abwehren

Viel zu viele zahlen. Einige, weil sie nichts merken. Andere, um ihre Ruhe zu haben. Und tragen so dazu bei, dass diese Art von Werbegeschäften weiter gedeiht.

Doch so zustande gekommene Verträge sind angreifbar. Vor allem, wenn kein wirksamer Vertrag zustande kommt, weil die Gegenleistung dürftig beschrieben ist. Oder um es im Juristenlatein zu sagen: es an den essentialia negotii mangelt.

Wenn man eine Rechnung für einen angeblich auf diese Weise mit dem ALBU Verlag des Alexander Büsch zustande gekommenen Auftrag erhält, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich dagegen wehren zu können. Gerne können Sie uns ansprechen. Mailen sie uns – unverbindlich – die Unterlagen; wir melden uns dann.



Update vom 07.03.2017

Jetzt ist auch eine Anwaltskanzlei für den Albu-Verlag aufgetaucht: die ETL Rechtsanwälte GmbH Rechtsanwaltsgesellschaft, Standort Köln.



Update vom 11.06.2019:
Media-Genus Verlag

Eine neue Firma des Alexander Büsch wurde uns bekannt: Media Genus alias Media-Genus Verlag. Benannt nach der mittleren Kniearterie. Doch dem Albu Verlag wie ein Zwilling ähnelnd.

[Zum Blog-Beitrag vom 11.06.2019 - Die nächste Firma des Alexander Büsch: Media Genus Verlag aus Bendorf]



Update vom 05.03.2020:

Auch 2020 geht der ALBU-Verlag immer noch auf Kundenfang. Über die Jahre hat sich das Auftragsformular allerdings geändert.

[Muster eines Werbevertrages des ALBU-Verlag, Anfang 2020]



Update vom 11.08.2020:

“Der zugrunde liegende Anzeigenvertrag ist unwirksam“, entschied das Amtsgericht Dinslaken zum ALBU-Verlag des Alexander Büsch.

[Zum Blog-Beitrag vom 11.08.2020 - Urteil: Anzeigenvertrag des ALBU Verlag, Alexander Büsch, ist unwirksam]




[Anzeigenbetrug mit der Kölner Masche]
[Seit über 100 Jahren: Inseratenschwindel, damals so wie heute]



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