Die Tropmi Payment GmbH will Geld für Inside Heute GmbH – die Schmidtlein’s sind immer noch da

14.10.2013 mit diversen Updates, zuletzt vom 17.11.2014 – In den letzten Tagen wurden in großem Umfang E-Mails verschickt. Das Betreff lautete so oder so ähnlich:

„Letzte Mahnung opendownload.de“.

Eine Tropmi Payment GmbH treibt jetzt Rechnungen ein, deren Ursprung lange zurück liegt. Viele Jahre weit. Gezahlt werden soll auf ein Konto einer Inside Heute GmbH. Die Firmen sitzen sinnvoller Weise alle unter einem Dach: in der Geschwister-Scholl-Straße 4 in 65428 Rüsselsheim.

Gleich vorweg die Zusammenfassung, Sie können sich damit ein weiteres Lesen dieses Blog-Beitrages ersparen:

Reagieren Sie nicht auf die Schreiben! Zahlen Sie nichts!

Man erinnert sich vielleicht noch an die Nuller-Jahre, wenigstens dunkel. Als die Abofallen im Internet noch primitiv zusammengeschustert waren. Als man für Software zahlen sollte, die es überall im Netz kostenlos gab - wenn man beispielsweise die Seiten opendownload.de oder softwaresammler.de besucht hatte. Sehr, sehr viele fielen darauf herein. 96 EUR sollten es dann pro Jahr sein. Mal zwei, denn man wollte für zwei Jahre abkassieren. An die Hintermänner kann man sich erinnern, die bösen Gebrüder beispielsweise, Andreas Walter Schmidtlein und Jan Manuel Schmidtlein. An den Rechtsanwalt Olaf Tank, der am Schluss noch versuchte, die Kurve zu kriegen; da war es fünf Minuten nach zwölf.

Die Schmidtleins wollen wieder Geld machen. So tauchen sie aus der Vergangenheit auf. Wie Kai aus der Kiste. Und verschicken in diesen Tagen Mahnungen; 102 EUR will man mittlerweile haben.

[Muster eines Mahnschreibens der Tropmi Payment GmbH]

Der Absender ist die Tropmi Payment GmbH, deren Geschäftsführer Andreas Walter Schmidtlein ist, gezahlt werden soll aber auf das Konto einer Inside Heute GmbH, das bei der Sparkasse Ulm [BLZ 63050000] zur Kontonummer 21209615 geführt wird. An die sei die Forderung abgetreten, schreibt man. Wann und wie immer das geschehen sein soll. Auch sei alles rechtens, heißt es in der Anlage des Mahnschreibens, Gerichte hätten so entschieden. „Und im Himmel ist Jahrmarkt“, kommentiert man bei uns in Berlin derartige Aussagen.

Die Staatsanwaltschaft sieht das auch nicht so. Sie erhob wegen des Verdachts des gewerbsmässigen Betruges Anklage gegen die Schmidtleins und Olaf Tank, das Landgericht Darmstadt ließ sie 2012 zu. Verhandelt wurde noch nicht, ein anderes bedeutendes Verfahren musste erst noch von der zuständigen Großen Strafkammer abgearbeitet werden. Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtete heute über den Verfahrensstand.

[Neue Osnabrücker Zeitung vom 13./14.10.2013]

Eine lange Zeitdauer zwischen der Tat und der Verhandlung nutzt üblicherweise den Angeklagten. Sie können sich dann geläutert zeigen, die Vergangenheit als episodenhafte Erscheinung darstellen. Natürlich funktioniert das nur dann, wenn in der Zwischenzeit nichts mehr dazukommt. In dieser Situation aber Mahnungen zu verschicken, lässt sich irgendwo verorten zwischen Chuzpe und nicht-mehr-alle-Tassen-im-Schrank haben.

Geld sollte man für diese Masche nicht zahlen! Reagieren Sie nicht, klicken Sie die E-Mail der Tropmi Payment GmbH für opendownload.de weg!


Update vom 01.02.2014:

Immer noch kommt schubweise Post von der Tropmi Payment GmbH bei Betroffenen an. Nicht nur Mahnungen, sondern auch Rechnungen für ein weiteres Vertragsjahr. Jetzt sollen die Zahlungen auf ein Konto bei der Postbank Frankfurt am Main (BLZ 50010060) Kontonummer 438801604 erfolgen.

Man setzt auf Zermürbung. Aus den Zugriffszahlen auf diesen Blog-Beitrag lässt sich schlussfolgern, dass es zehntausende Schreiben sind, die in den letzten Wochen auf den Weg gebracht wurden. Auch wenn mitunter anderes verbreitet wird: die Forderungen sind unbegründet. Reagieren sie nicht! Nehmen Sie keinen Kontakt mit der Tropmi Payment GmbH auf! Häufig geschehen dabei die ersten Fehler.


Update vom 11.02.2014:

Wer auf die Rechnung für ein angebliches zweites Vertragsjahr (richtiger Weise) nicht reagiert hat, erhält weitere Schreiben: In zweiten, letzten und sonst wie bezeichneten Mahnungen versucht die Tropmi Payment GmbH Angst einzujagen. So zum Beispiel:

"Bitte beachten Sie, dass wir bei anhaltendem Zahlungsverzug weitere Verzugszinsen und
Schadensersatz verlangen können (§ 288 Abs. 1, Abs. 4 BGB) und uns vorbehalten, die
Forderung beim Vorliegen der Voraussetzungen des § 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 BDSG an eine
Wirtschaftsauskunftei (wie beispielsweise Creditreform oder SCHUFA) zu melden."

Doch dazu gehören immer zwei - einer der einschüchtert und einer der sich einschüchtern lässt. Betrachten sie diese Worte als dass, was sie sind: bloßes Geschreibsel. Die Tropmi Payment GmbH des Andreas Walter Schmidtlein ist kein Partner seriöser Wirtschaftsauskunfteien - sie kann also auch keine Einträge dort veranlassen.

Erfahrungsgemäß werden noch einige weitere Schreiben dieses Kalibers an Betroffene verschickt. Reagieren Sie nicht darauf!

Nach Art solcher Firmen könnte dann irgendwann auch ein "Sonderangebot" kommen. Vielleicht mit solchen Worten: die Geschäftsleitung habe sich entschieden, ausnahmsweise und nur einigen Wenigen 20, 30 oder 40% Rabatt anzubieten. Nur jetzt und sofort und bei schnellster Zahlung. Regelmäßige Leser unseres Blogs wissen, dass wir grundsätzlich davon abraten, "der Szene" irgendeinen Betrag zukommen zu lassen.

Vielleicht wird man aber auch noch einmal einen Rechtsanwalt finden - jemanden des Typs "jung und will ans Geld". Der nicht gelesen hat, was mit Anwälten geschehen kann, die sich zu eng mit der Abzocker-Szene einlassen. Der mit Drohungen von Gerichten, Gerichtsvollziehern, enormen Kosten und unendlichen Nachteilen Angst einzuflössen versucht. Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen!


Update vom 10.03.2014:

Wir hatten es vorhergesagt: ein „Sonderangebot“ wird kommen. Nur in der Höhe des Rabatts hatten wir uns getäuscht: satte 95% Nachlass wurden jetzt einigen Betroffenen angeboten. Wir zitieren aus einer E-Mail der Tropmi-Payment GmbH vom 09.03.2014:

„Obwohl diese Forderung mehrfach angemahnt wurde, konnten wir kein Zahlungseingang feststellen und müssen davon ausgehen, dass Sie nicht bereit sind, die Rechnung zu zahlen.

Dies hat zur Folge, dass wir nun unsere Forderung von 102,00 EUR an ein Inkassounternehmen weiterleiten, was für Sie mit ganz erheblichen Mehrkosten verbunden sein könnte und zu weiteren Unannehmlichkeiten führen.

Diesen Weg würden wir gerne letztmalig verhindern und haben nach Rücksprache mit dem Forderungsinhaber eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden.

Sie leisten eine Einmalzahlung in Höhe von nur 4,90 EUR bis zum 17.03.2014.

Der Forderungsinhaber verzichtet nach Zahlungseingang auf die gesamte Restforderung. Sie erhalten eine Bestätigung über die Stornierung des kompletten Vertrages.

Bitte beachten Sie nochmals, dass wir diesen Schritt nur durch Ihre Ausgleichszahlung von 4,90 EUR bis zum 17.03.2014 erreichen.

Im Anschluss garantieren wir Ihnen, dass aus diesem Vertrag für die Zukunft keine weiteren Kosten entstehen.

Lassen Sie dieses Angebot nicht verstreichen und nehmen Sie unseren Lösungsvorschlag an. Wir sehen also den Eingang Ihrer Zahlung von 4,90 EUR für die Vertragsauflösung in den nächsten 7 Tagen bis zum 17.03.2014 unter Angabe der Kundennummer XXXX und der Rechnungsnummer RE XXX schuldbefreiend ausschließlich auf das nachfolgend genannte Konto der Inside Heute GmbH entgegen.

Bankverbindung:
Kontoinhaber: Inside Heute GmbH
Kontonummer: 438801604
Bankleitzahl: 50010060
Kreditinstitut: Postbank Frankfurt
IBAN: DE70500100600438801604
BIC: PBNKDEFFXXX

Nutzen Sie diese letzte einmalige Chance und verhindern Sie die Beauftragung eines Inkassounternehmens für die Eintreibung der Forderung über 102,00 EUR.“

Der Hintergrund: die Tropmi Payment GmbH und ihre Hinterleute sehen ihre Felle schneller davon schwimmen als von ihnen befürchtet. Der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 05.03.2014 – 2 StR 616/12 - die Urteilsbegründung liegt mittlerweile vor) hat sich nämlich letzte Woche zu der Strafbarkeit von Abo-Fallen geäußert. Er bestätigte eine zweite Verurteilung einer der Größen der Abofallen-Szene, Michael Burat. Das Landgericht Osnabrück hatte ihn zu 1 Jahr und 6 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen Betruges verurteilt. Die Entscheidung ist rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof letztes Jahr im April seine Revision verworfen hatte. Da ging es noch nicht um Abo-Fallen. Wegen dieser wurde er in in einem weiteren Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt am Main zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, auch hier zur Bewährung. Dagegen hatte Michael Burak Revision eingelegt.

Die wurde jetzt vom Bundesgerichtshof verworfen. Der BGH stellte in seinem Urteil fest, dass durch die aus Täuschung abzielende Gestaltung der Internetseite mit der Abofalle die Kostenpflichtigkeit der angebotenen Leistung gezielt verschleiert worden sei. Dies stelle eine Täuschungshandlung im Sinne des § 263 StGB dar. Die Erkennbarkeit der Täuschung bei sorgfältiger Lektüre schließe die Strafbarkeit nicht aus, denn die Handlung sei gerade im Hinblick darauf unternommen worden, die bei einem – wenn auch nur geringeren – Teil der Benutzer vorhandene Unaufmerksamkeit oder Unerfahrenheit auszunutzen. Auch ein Vermögensschaden liegt vor, so das Gericht. Dieser liegt in der Belastung mit einer bestehenden oder auch nur scheinbaren Verbindlichkeit, da die Gegenleistung praktisch wertlos sei. Den Hinterleuten solcher Abzockfirmen dürfte diese Begründung ab jetzt schwer im Magen liegen.

Reagieren Sie nicht und zahlen Sie nicht, wenn Sie ein solches Vergleichsangebot erhalten. Selbst 4,90 € sind für eine wertlose Leistung zuviel.


Update vom 06.05.2014:

Die Tropmi Payment GmbH mit ihrem Geschäftsführer Andreas Schmidtlein verschickt durch eine "Debitorenbuchhaltung" immer noch ihre Mails. Aktuell wieder einmal mit einem Rabattangebot, diesmal aber nicht so hoch wie im März. Diesmal wird ein Verzicht auf die weitere Forderung angeboten, wenn binnen sieben Tagen 48,00 EUR auf ein Konto der Inside Heute GmbH auf ein Konto der Sparkasse Schweinfurth (IBAN: DE31 7935 0101 0021 3930 87; BIC: BYLADEM1KSW; Kontonummer: 21393087; BLZ: 79350101) gezahlt werden. Anderenfalls drohen "weitere Unannehmlichkeiten" durch Abgabe an ein Inkasso-Unternehmen.

Reagieren Sie nicht darauf. Markieren Sie Mails von Tropmi Pament GmbH und Inside Heute GmbH als dass, was sie sind: Spam!


Update vom 23.06.2014:

Auch in diesen frühen Sommertagen hat die Tropmi Payment GmbH wohl nochmals alte Unterlagen ausgequetscht und verschickt aktuell Tausende von Rechnungen, Zahlungserinnerungen und Mahnungen für angebliche Verträge, die vor vielen Jahren geschlossen worden sein sollen. Das genaue „Wie“ wird nicht erläutert.

Diejenigen, die in den letzten Monaten schon einmal Geld für die Tropmi Payment an die Inside Heute GmbH gezahlt hatten, um ihre Ruhe zu haben, erhalten jetzt eine Rechnung für ein angebliches zweites Vertragsjahr. Verbunden wird sie mit dem Hinweis, dass durch die Zahlung der ersten Rechnung das Bestehen einer Forderung der Tropmi Payment GmbH auch für das zweite Jahr anerkannt worden sei. Angeblich hätte ein Gericht das so entschieden. Das ist alles aus vielerlei juristischen Gründen falsch. Nur soviel: selbst wenn in der Zahlung der ersten Rechnung ein Anerkenntnis liegen würde – noch einmal: das ist nicht der Fall – würde sich dieses nur auf die bezahlte Rechnung erstrecken, nicht aber auf eine Rechnung, die zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal geschrieben ist.

Reagieren Sie nicht auf solche Art von Post. Überhaupt nicht! Beginnen Sie insbesondere keine Brieffreundschaft. Hier entstehen mitunter die ersten Fehler.

Immer noch wird als Bankverbindung das Konto der Sparkasse Schweinfurth angegeben. Das ist insofern erstaunlich, weil in der Vergangenheit Kreditinstitute zügig ihre Geschäftsverbindung mit solcher Art von Firmen beendet hatten, wenn sich die Beschwerden häuften.


Update vom 04.08.2014:

Seit einigen Tagen verschickt die Tropmi Payment GmbH erneut in großem Stil E-Mails, wieder einmal mit „Letzte Mahnung“ überschrieben. Wieder einmal wird „letztmalig“ dazu aufgefordert, 102 EUR zu zahlen. Man kennt das alles, Worte muss man darüber nicht verlieren. Reagieren Sie darauf nicht, löschen Sie die Mail oder markieren sie die als Spam.

Interessant ist allerdings das Bankkonto, auf das Zahlungen geleistet werden sollen. Offenbar ist es jetzt soweit, dass kein Geldinstitut in Deutschland etwas mit der Tropmi Payment GmbH zu tun haben will. Die Zahlung soll nach Rumänien gehen, auf ein Konto des Andreas Schmidtlein bei der Banc Post S.A. in Bukarest (BIC: BPOSROBU, IBAN: RO25BPOS72411315997EUR01).


Update vom 13.08.2014:

Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Staatsanwältin Nina Reininger, schrieb uns heute eine E-Mail. In dem Verfahren gegen unter anderem die Brüder Andreas Walter Schmidtlein und Jan Manuel Schmidtlein sowie den Rechtsanwalt Olaf Tank hat das Landgericht immer noch keinen Termin zur Durchführung der Hauptverhandlung bestimmt.


Update vom 17.11.2014:

Seit über einem Jahr berichten wir jetzt schon von der Tropmi Payment GmbH des Andreas Schmidtlein. Aktuell werden von der wieder E-Mails mit Forderungen über 102 EUR verschickt. Diesmal ohne Rabattangebot, sieht man von 2% Skonto ab, die es gibt, wenn innerhalb von fünf Tagen gezahlt wird. Stattdessen droht man damit, die Forderungen einzuklagen. Dann würde alles teurer. Aus den Schreiben der Tropmi Payment GmbH:


„Sollten Sie den fälligen Gesamtbetrag nicht oder nicht fristgerecht bezahlen, werden wir die Forderung ggf. ohne weitere Korrespondenz vor Gericht einklagen. Dadurch können Ihnen Mehrkosten in Höhe von mindestens 137,66 EUR entstehen.

Ihre eigenen Kosten: 46,41 EUR
Unsere Anwaltskosten: 16,25 EUR
Gerichtskosten: 75,00 EUR
Mahnkosten: 6,00 EUR
Hauptforderung: 96,00 EUR
Die neue Gesamtbelastung bei gerichtlicher Durchsetzung beträgt 239,66 EUR.Sollte die Forderung rechtskräftig tituliert werden, kann die Forderung über einen Zeitraum von 30 Jahren durch einen Gerichtsvollzieher oder andere Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wie z.B. Lohn- oder Gehaltspfändungen beigetrieben werden.“

Glauben Sie kein Wort. Andreas Schmidtlein wird sich hüten, vor Gericht zu ziehen. Er weiß, dass bereits dann, wenn ihm dort nur mit drei Zauberwörtchen „Einrede der Verjährung“ erwidert wird, der Prozess verloren geht. Uneingeschränkt gilt die Aussage: Klicken Sie solche E-Mails weg. Sie sind Spam!



Rechtsanwalt Olaf Tank hat eine Biographie von seiner Frau schreiben lassen. Ausführlich wird darin berichtet über seine Tätigkeit für A-Hörnchen und B-Hörnchen, wie sie genannt werden - sprich: die Brüder Schmidtlein. Es ging um richtig viel Geld. Auch für ihn.

[Zum Blog-Beitrag vom 24.07.2012: Die toten Ratten eines Abzockeranwalts – Drei Lehren für den Kampf]


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