Die neueste Masche des Everton Wilsch: Örtlicher Medien Verlag - LECC d.o.o. mit oertlichermedienverlag.com

17.10.2014 mit diversen Updates, zuletzt vom 02.02.2016 – Ein neuer, alter Bekannter ist aufgetaucht: Örtlicher Medien Verlag LECC d.o.o. nennt er sich. Angeblich sitzt die Firma in Wien. Deren Geschäftsmodell ist Lug und Trug. Sie will Geld für eine - so steht es in ihren Rechnungen - „Eintragung in Branchenbücher“ haben. Welche auch immer das sein sollen.

Die Firma ist nicht neu. Zuletzt nannte sie sich Easybusiness LECC d.o.o. Mal aus dem deutschen Städtchen Hilden, mal aus Tuzla in Bosnien oder aus Wien, zockte sie Gewerbetreibende ab. Wir hatten darüber berichtet.

[Zum Blog-Beitrag vom 02.07.2013]

Ihr Inhaber, ein Everton Wilsch, als Kind aus einem brasilianischen Heim nach Deutschland adoptiert, abgebrochener Chemie-Student, verschickte in der Vergangenheit auch schon Pro-forma-Rechnungen, mit denen aufgefordert wurde, 245,00 € nach Spanien zu überweisen. Warum, wieso, weshalb, war unbekannt. Er spekulierte wohl darauf, dass mancher nicht prüft, ob es überhaupt eine Anspruchsgrundlage für die Forderung gibt. Und zahlt.

[Zum Blog-Beitrag vom 07.01.2012]


Der Trick mit dem Doppel-Anruf

Später versuchte man unter dem Namen Easybusiness LECC d.o.o. mit dem Doppel-Anruf-Trick an das Geld von Betroffenen zu gelangen. Der ging so oder so ähnlich:

Ein sogenannter Cold-Call, also ein Spam-Anruf, kommt bei einem Gewerbetreibenden an. Der Anrufer kommt sofort zur Sache: es ginge um den Eintrag im Branchenbuch oder einem Adressbuch namens .…. – dann folgt ein Name. Das wäre bislang kostenlos gewesen, sei aber nicht gekündigt worden; deshalb müsse jetzt gezahlt werden. Man wolle die Daten abgleichen. Auf den Einwand, derartiges sei nicht bekannt, wird bestimmt und deutlich entgegnet, das sei so registriert. Man hätte nur noch die Möglichkeit, jetzt für – meistens wird ein Jahr genannt, manchmal etwas weniger - zu bezahlen oder aber für einen länger laufenden Eintrag, der wäre teurer. Ansonsten würde man ein Mahnverfahren in die Wege leiten - dann wird es noch teurer. Dass tatsächlich vorher keine Geschäftsverbindung bestand, wird für die Angerufenen nicht sofort deutlich. Sie zweifeln an sich, glauben schließlich, in der Hektik des Geschäftsalltags etwas übersehen zu haben und jetzt noch am besten davon zu kommen, wenn sie die vermeintlich günstigste Möglichkeit wählen. In einem zweiten Telefonat lassen sich die Firmen kurz darauf dann den Vertragsschluss bestätigen. Dieses Telefonat wird aufgezeichnet. Dabei werden die Daten so abgefragt, dass die Antworten „ja“ lauten. Die Lügengeschichte aus dem ersten Anruf ist aus dem Mitschnitt nicht ersichtlich. Einige Tage später kommt die Rechnung.

Manche Gewerbetreibende, welche eine Rechnung der Firma Easybusiness LECC d.o.o. erhalten hatten, waren sich in der Vergangenheit aber sicher, dass niemand sie zuvor unter einer solchen Legende angerufen hatte. Demzufolge hatten sie auch niemals in einem Telefonat irrtümlich einen Auftrag erteilt. Was die Schlussfolgerung nahelegen würde, dass man den mühsamen Weg der Akquise erspart hatte und gleich zum Rechnungsversand überging. Solche Masche wäre ja nichts neues für Everton Wilsch.


Jetzt als Örtlicher Medien Verlag – LECC d.o.o.

Wahrscheinlich gibt es über die Easybusiness LECC d.o.o. schon zu viele negative Berichte im Internet. Die Abzockerszene nutzt in solchen Fällen dann gerne die Methode des Tarnen und Ducken. So auch diese Firma. Nunmehr tritt sie als Örtlicher Medien Verlag – LECC d.o.o. auf. Mit einer Anschrift in Wien und einer Telefonnummer aus dem deutschen Baden-Baden. Die Steuernummer soll ein Finanzamt in Tuzla erteilt haben. Der Ort ist in Bosnien. „Örtlicher Medien Verlag… erfolgreich online sein“ heißt es in ihrem Briefkopf. 249,00 € werden berechnet. Zu zahlen auf ein Konto der Raiffeisenbank Austria in Zagreb/Kroatien. Für eine „Eintragung in Branchenbücher“. Doch welche? Man kann nur vermuten, dass damit die Seite oertlichermedienverlag.com der LECC d.o.o gemeint ist. Sie tritt noch großspuriger auf, als man es sonst gewohnt ist: „Profitieren Sie von monatlich mehr als 10 Millionen Suchanfragen…“ kündigt sie an. Doch soviel wird sie nicht einmal innerhalb eines Jahrzehnt haben. Derzeit sind es etwa hundert pro Tag. Wie viele davon verwunderte Rechnungsempfänger sind, kann nur gerätselt werden.

[Beispiel einer Rechnung der Firma Örtlicher Medien Verlag LECC d.o.o.]

Im Übrigen entspricht die Seite oertlichermedienverlag.com dem, was man von solchen Branchenverzeichnissen kennt. Leser unseres Blogs wissen, was damit gemeint ist. Sie wird nicht beworben, keiner kennt sie. Branchen wird wohl auch niemand darin suchen, man würde, zumindest zur Zeit, nichts finden: ein Systemfehler wurde gestern und heute angezeigt.


Solche Forderungen lassen sich abwehren

Wenn man irrtümlich telefonisch der Firma Örtlicher Medien Verlag LECC d.o.o. einen Auftrag erteilt hat, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um die Forderung abwehren zu können. Gerne können Sie uns dazu ansprechen. Am besten mailen Sie uns – unverbindlich – vorab den kompletten Schriftwechsel; wir melden uns dann.



Update vom 10.09.2016:
Noch ein Firmenname aus dem Hause Wilsch

Jetzt ist eine Firma BIZZONE d.o.o. alias BIZ-ZONE d.o.o. alias BizZone GmbH aufgetaucht. Mit derselben Steuernummer des Finanzamt Tuzla wie der Firma Örtlicher Medien Verlag LECC d.o.o. Angeblich sitzt sie in Berlin.

[Zum Blog-Beitrag vom 10.09.2015]




Update vom 02.02.2016:
Jetzt mit Inkassobüro

Die LECC d.o.o. versucht es auch im Jahr 2016 noch. Betroffene erhalten Post vom Inkassounternehmen National Inkasso GmbH aus der Harffstraße 43 in 40591 Düsseldorf. Für alte Verträge, welche die LECC d.o.o. Masche ergattert hatte will man Geld sehen.97,20 EUR will davon die National Inkasso GmbH haben.

[Muster einer Zahlungsaufforderung von National Inkasso Düsseldorf in Sachen LECC d.o.o.]

Die Firma National Inkasso GmbH ist Kennern der Abzocker-Szene nicht unbekannt. Viele Firmen mit vergleichbaren Geschäftsmodellen wurden in den letzten Jahren von ihr vertreten.

Manches in dem Aufforderungsschreiben ist rechtlich nicht unproblematisch - von der Forderung der LECC d.o.o. sowieso abgesehen. Aber: spätestens dann, wenn man die Zahlungsaufforderung eines Inkassounternehmens erhält, wird man sich gegen die Forderung verteidigen müssen. Es könnten sonst Nachteile bei Schufa & Co. nicht auszuschließen sein.



Mehr zur Doppel-Anruf-Masche:
[Der Trick mit der Doppel-Anruf-Masche]



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