Eine spezielle Werbefirma: mediaprint, Inhaber Markus Haas, aus Roxheim

22.06.2015 – Schon wieder ist eine Werbefirma bekannt geworden, die aus der Region Bad Kreuznach mit der „Kölner Masche“ – manche sagen auch: Fax-Masche – ihre Opfer über den Tisch zu ziehen versucht.

Mediaprint, Grafik • Gestaltung • Druck heißt die Firma aus dem von Bad Kreuznach etwa 10 km entfernten 55595 Roxheim. Ihr Inhaber ist der Einzelkaufmann Markus Haas.

Es geht um viel Geld, das man von den Betroffenen haben will.


Die Kölner Masche und die mediaprint

In Köln wurde sie vor vielen Jahren erfunden: die „Kölner Masche“. So oder so ähnlich funktioniert sie: bei Gewerbetreibenden, Freiberuflern, Verbänden und Vereinen, die in der Vergangenheit in einer von Dritten herausgegebenen Publikation regelmäßig inseriert hatten, das kann eine Zeitung sein oder eine Broschüre der Stadtverwaltung, klingelt das Telefon. Der Anrufer macht auf eilig. Er bezieht sich auf diese Anzeige und erklärt, es müsse ein Formular unterschrieben werden – sonst könne die Anzeige nicht in der nächsten Ausgabe veröffentlicht werden. Es dränge, die Druckerei warte bereits. Per Fax kommt bald danach das angekündigte Formular. Darin findet sich die bisher verwendete Anzeige. Dick, fett und gut lesbar steht darüber „Fax zurück an …“, der Rest ist in einem DIN A4-Fax-Ausdruck eher schlecht lesbar.

Durch den am Telefon suggerierten Zeitdruck zielt die „Kölner Masche“ darauf ab, die Gewerbetreibenden ungesehen zur Unterschrift des Fax zu veranlassen – „es war doch alles besprochen“.

Ähnliches wird uns auch von der Firma mediaprint, Inhaber Markus Haas, berichtet.

[Beispiel eines Formulars der mediaprint, Inhaber Markus Haas]

Die böse Überraschung kommt dann bei den Angerufenen in Form der Rechnung einer bis dahin unbekannten Firma an; 1.588,65 EUR sind es bei der mediaprint des Markus Haas. Bei Zahlung innerhalb von fünf Tagen gibt es 5% Skonto.

Und wofür? Die mediaprint nennt auf ihrem Formular: „Objekte: Infobroschüre/Folder, Ausgabe: Stadt & Kreisgebiet“. Was auch immer sich dahinter verbirgt.

Diese sogenannte Infobroschüre soll nach dem Kleingedruckten auf dem Formular der mediaprint in einer Auflage von 200 Exemplaren erstellt werden. Weiter heißt es:

„Die Verteilung erfolgt durch die deutsche Post, durch Postwurfsendungen in der Postleitzone des Kunden, binnen 3 Monaten nach Vertragsabschluss….“

Doch nach welchen Kriterien werden die Empfänger ausgesucht? Dazu herrscht Schweigen im Kleingedruckten. Dort heißt es übrigens noch:

„Evtl. Anzeigenaufträge, die der Auftraggeber mit anderen Werbefirmen geschlossen hat, stehen in keinerlei Zusammenhang mit diesem neuen Auftrag und bleiben hiervon unberührt.“

Warum das erwähnt wird? Doch wohl, weil genau dieses suggeriert werden sollte und wurde!

Wer glaubt, wenn er zahlt, würde er seine Ruhe haben, hat sich getäuscht. Nach dem Kleingedruckten im Formular wird man innerhalb von zwei Jahren insgesamt viermal zur Kasse gebeten. Zusammen gerechnet 6.354,60 EUR will die mediaprint des Markus Haas haben.

Übrigens: wenn es einmal geschafft wurde, jemanden herein zu legen, wird es innerhalb kurzer Zeit immer wieder versucht - die Firmen hängen miteinander zusammen und die Gegend um Bad Kreuznach ist ihr Nest. Die Legenden lauten dann, das Fax sei stecken geblieben, unleserlich oder was auch immer. So kommt es vor, dass manche Betroffene drei, vier, fünf Unterschriften geleistet haben, bevor der ganze Schmu auffliegt.


Verträge mit der mediaprint sind angreifbar

Viel zu viele zahlen; sonst hätte diese Art von Geschäft schon längst ein Ende gefunden. Nicht alle machen das sofort, etliche halten dem Druck von Mahnungen und Drohungen aber auf Dauer nicht stand. In den Kreisen dieser speziellen Firmen ist von bis zu 70% Erfolgsquote die Rede. Doch so zustande gekommene Verträge sind angreifbar. Wenn man eine Rechnung für einen angeblich auf diese Weise der mediaprint aus Roxheim erteilten Auftrag erhält, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich dagegen wehren zu können. Gerne können Sie uns ansprechen. Am besten mailen Sie uns – unverbindlich – vorab den kompletten Schriftwechsel; wir melden uns dann.


[Anzeigenbetrug mit der Kölner Masche]



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