Etwas Spezielles aus Bad Kreuznach - der KM Media Verlag Kahlstadt Margareta

12.01.2017 – Immer wieder Bad Kreuznach. Sechsmal wurde die Stadt von großen Pestepidemien heimgesucht, vermerkt die Chronik der Stadt. Heutzutage kommt die Heimsuchung in umgekehrter Richtung, aus ihren Stadtmauern: Werbeverlage, die mit vielerlei Abwandlungen der „Kölner Masche“ ihre Opfer über den Tisch ziehen. Eine gefühlte halbe Hundertschaft sind es mittlerweile.

KM Media Verlag Inh: Kahlstadt Margareta ist ein Name, der uns jetzt bekannt wurde. Offiziell in einem Postfach in 55501 Bad Kreuznach sitzend. Tatsächlich heißt die Lady Margareta Kahlstadt und wohnt in 55595 Roxheim, einige Autominuten von Bad Kreuznach entfernt. Wenn sie sich nicht gerade in Spanien aufhält.

Sie ist zwar die Namensgeberin und offizielle Inhaberin der Firma. Was in dieser speziellen Geschäftsszene aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass sie auch die Hosen anhat. Und nicht nur vorgeschoben wird.


Ein geschäftstüchtiger Außendienstler erscheint

Gewerbetreibende und Freiberufler in ganz Deutschland werden von einem Vertreter des KM Media Verlag aufgesucht. Er macht häufig seine Sache gut, jedenfalls aus Sicht des KM Media Verlages: wenn er den Ort mit einer Unterschrift unter einem Anzeigenvertrag verlässt.

Aber unabhängig davon, mit welchem Trick der KM Media Verlag es schafft, die Unterschriften unter sein Werbeformular zu ergattern; damit ist kein wirksamer Vertrag zustande gekommen. Um es im Juristenlatein zu sagen: es mangelt an den essentialia negotii.

Dazu muss man sich nur das Auftragsformular anschauen. Es geht um ein „Objekt“. Was für eines? „Drogenaufklärungsplakat“ heißt es dort. In anderen Formularen des KM Verlages ist von einem „Verkehrsaufklärungsplakat“ die Rede. Wesentlich mehr an Beschreibung bekommt man nicht zu lesen, nicht einmal dessen Größe, außer: „Art und Aufmachung des Werbeträger sind dem Auftraggeber/Inserent bei Auftragserteilung bekannt“. Wie das geschehen sein soll?

Die Auflage ist gering, 100 Stück, heißt es. Die sollen verteilt werden. Aber wo? An „Schulen, öffentliche Behörden, Ärztepraxen und Einzelhandel.“ Doch nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl? „Nach Ermessen des Verlages“ heißt es im Formular. Nach dem Wortlaut des KM Media Verlag-Textes könnte es bei enger Auslegung schon ausreichen, an zwei Geschäfte je 50 Stück des „Objektes“ zu schicken. Wenn dort das „Objekt“ nicht gefällt und es weggeworfen wird, ist es aus mit der Werbung.

352,24 EUR einschließlich MwSt. werden von dem KM Media Verlag Inh: Kahlstadt Margareta pro Auflage für eine Anzeige der Anzeigengröße 1 verlangt. Wie groß die ist? Das Formular schweigt dazu. Mal zwei, denn zweimal im Jahr erscheint das „Objekt“ und soll bezahlt werden. Das sind dann stolze 704,48 EUR.

[Beispiel eines Anzeigenformular des KM Media Verlag Inh: Kahlstadt Margareta]


Eine Rechnung nach Art eines Schnäppchens

Später kommt eine Rechnung. Das Geld soll auf ein Konto bei der Sparkasse Rhein-Nahe überwiesen werden. Überraschende 20% Skonto gibt es, wenn das innerhalb von 3 Tagen geschieht. Ob man darauf spekuliert, dass die Aussicht auf ein vermeintliches Schnäppchen den Verstand der Betroffenen ausschaltet?


Solche Forderungen lassen sich abwehren

Wenn man unterschrieben hat, kommen solche Firmen häufig wieder. Man hätte vergessen, eine Befristung zu vereinbaren, ist beliebt. Der Vertrag müsse noch einmal unterschrieben werden. Tatsächlich ist im Formular dann deutlich sichtbar der Satz gestrichen, dass der Vertrag sich automatisch verlängere, wenn er nicht vor Ablauf des Jahres gekündigt werde. Doch auf diese Weise wird der nächste Vertrag untergeschoben. Denn der Name des „Objektes“ ist geändert.

Viel zu viele der Betroffenen zahlen. Einige, weil sie nichts merken. Andere, um ihre Ruhe zu haben. Und tragen so dazu bei, dass diese Art von Werbegeschäften kein Ende findet. Doch so zustande gekommene Verträge sind angreifbar. Vor allem, weil kein wirksamer Vertrag zustande kommt, wenn die Gegenleistung so dürftig beschrieben ist.

Wenn man eine Rechnung für einen angeblich auf diese Weise mit dem KM Media Verlag zustande gekommenen Auftrag erhält, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich dagegen wehren zu können. Gerne können Sie uns ansprechen. Mailen sie uns – unverbindlich – die Unterlagen; wir melden uns dann.




Mehr Informationen zum Thema "Kölner Masche" finden Sie in einem Spezial-Beitrag:
[Anzeigenbetrug mit der Kölner Masche]

[Seit über 100 Jahren: Inseratenschwindel, damals so wie heute]



Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn
Rechtsanwälte | Fachanwälte
Kontakt über Telefon
030 - 861 21 24

Kontakt über Fax
030 - 861 26 89

Kontakt über E-Mail
mail [at] radziwill.info