Er kann es einfach nicht lassen

21.09.2011 – Die Rede ist von Mayer, Dirk, Jahrgang 1977, Berlin. Er war Inhaber der Firma "Allgemeine Gewerbeverwaltung Industrie, Handel und Gewerbe e.K." (AG Charlottenburg HRA 43814 B).

Sein Geschäftsmodell bestand darin, Firmen, die im Handelsregister eine Neueintragung oder eine Änderung vorgenommen hatten, eine Rechnung über 442,68 EUR zu übersenden, der ein Überweisungsvordruck beilag. Die Rechnung ähnelte nach der Aufmachung einer Behördenrechnung. Die Empfänger sollten glauben, dass es sich um die amtlichen Gebühren für die Handelsregistereintragung handeln würde und zahlen. Tatsächlich hatte die Allgemeine Gewerbeverwaltung damit nichts zu tun, sondern bot im „Kleingedruckten“ an, den Text in einem Privatregister im Internet zu veröffenlichen.

Ob es Dirk Mayer zu heiß unter den Füßen wurde? In unseren Blog-Beiträgen vom 10.05.2011 und 10.06.2011 konnte man lesen, was die Strafjustiz zu derartigem Treiben sagt: nämlich Betrug! Am 02.05.2011 erfolgte jedenfalls die Löschung der Firma.

Doch Dirk Mayer macht weiter: Jetzt mit der GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH. Per Briefkasten; mit nobler Anschriftt: Unter den Linden 16 in Berlin-Mitte.

Wenige Tage nach dem Erlöschenlassen der Allgemeinen Gewerbeverwaltung, am 19.05.2011, wurde die Gewerbeanzeiger Verlags GmbH in das Berliner Handelsregister eingetragen (AG Charlottenburg HRB 134305 B). Dirk Mayer ist als Geschäftsführer wieder dabei. Ihr Geschäftsmodell entspricht dem der vielen anderen Brüder im Geiste, über die wir schon so oft berichten mussten: auf amtlich wirkendem Papier mit voreingetragenen Firmendaten und Barcode werden Firmen oder Freiberufler angeschrieben und aufgefordert, die Daten zu prüfen und das Formular zurück zu senden; per kostenlosem Service-Fax. Geschieht das, werden 59 EUR pro Monat fällig, zzgl. MwSt und das für mindestens zwei Jahre; macht zusammen 1.685,04 EUR. Beim schnellen Durchlesen merkt man das nicht, man muss schon mehr als genau hinsehen, um dies zu erkennen. Alles für einen Eintrag in das private Internetverzeichnis gewerbeanzeiger.de. Der Gewerbeanzeiger Verlag hofft, mancher würde sich täuschen und die Formulare zurück schicken; im Glauben, eine Institution oder ein Verlag, mit dem man bereits in Geschäftsverbindung stände, wolle die Daten aktualisieren. Dann sollte nach Auffassung der GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH ein Vertrag zustande gekommen sein.

Wenn man irrtümlich das Formular unterschrieben und zurück gesandt hat, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich gegen unberechtigte Forderungen wehren zu können.



Mittlerweile ist die GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH aufgelöst. Trotzdem werden unter ihrem Namen noch Rechnungen verschickt.
[Zum Blog-Beitrag vom 04.06.2013]

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