Inkasso-Firma aus Düsseldorf bekommt kalte Füße

06.04.2012 – Die National-Inkasso GmbH aus Düsseldorf versucht für den Verlag für Internetmedien S.L., angeblicher Sitz in Maspalomas/Spanien, Gelder einzutreiben. Über die Methode dieses Verlages, dessen unaufgeforderten Anrufe, Lügen und das Internetbranchenbuch mit dem Namen firmen-online.info hatten wir schon vor fünf Wochen berichtet.

Doch jetzt der vorsichtige Rückzug des Inkasso-Unternehmens. Und Anhaltspunkte, dass dieser sogenannte Verlag noch seine Masche ändern wird.

Der Verlag für Internetmedien S.L. und die National-Inkasso GmbH hatten sich richtig Mühe gegeben, an das Geld der Betrugsopfer zu kommen. Diese erhielten unter anderem ein Passwort, mit dem sie auf der Internetseite der National-Inkasso GmbH das aufgezeichnete Telefonat abhören können. Zu dumm aber auch, wenn damit Lügen dokumentiert sind: das es jetzt zu spät wäre, den vorher kostenlosen Vertrag zu kündigen oder das man eine Tochterfirma der Gelben Seiten sei.

Für Mandanten, die von unserer Kanzlei Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn vertreten wurden, erhielten wir Post der National-Inkasso GmbH. Man werde dort die Sache „vorerst“ ruhen lassen. Der Verlag für Internetmedien S.L. werde sich melden. Das ist nicht geschehen; was anderes hatten wir auch nicht erwartet.

Seit einigen Tagen kann die Homepage firmen-online.info aufgerufen werden. Sie sieht so ähnlich aus, wie die anderen Internetauftritte der Branchenbuch-Abzock-Szene: hat man einen gesehen, hat man eigentlich schon alle gesehen.

Auch AGB - Allgemeine Geschäftsbedingungen finden sich dort; Marke Eigenbau, voller Fehler. Einer davon: es soll das spanische Recht gelten, zitiert wird aber das (deutsche) BGB statt des Código Civil. Das hat man wahrscheinlich nie in Händen gehalten. Überhaupt: wie hätten diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen eigentlich Vertragsbestandteil werden sollen?

Ob für die Zukunft eine Änderung der Abzockmasche zu erwarten ist? Weg von den arbeitsintensiven Cold Calls? Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lassen das erahnen. § 10 Satz 3 der AGB lautet:

„Die beiliegende Rechnung bei dem postalisch versandtem Angebot verpflichtet nicht zur Zahlung, es kommt lediglich durch Zahlung des Rechnungsbetrages zur Angebotsannahme.“

Das kennt man von den Anzeigenbetrügern. Denen, die Rechnungen und ausgefüllte Überweisungsvordrucke verschicken, deren Empfänger glauben sollen, dass es sich um amtliche Gebühren handelt, beispielsweise für das Handelsregister. Wer die Beiträge in unserem Blog liest, weis, wohin dieses Geschäftsmodell führt: vor den Strafrichter.

Bei richtiger Abwehrstrategie muss sich vor den Geschäftemachern des Verlag für Internetmedien S.L. niemand fürchten.


Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn
Rechtsanwälte | Fachanwälte
Kontakt über Telefon
030 - 861 21 24

Kontakt über Fax
030 - 861 26 89

Kontakt über E-Mail
mail [at] radziwill.info