Mit zweifelhaftem Anzeigenformular: der A&G Design u. Medienverlag Anja Grünewald aus Essen

16.09.2016 – Im vorletzten Blog-Beitrag schrieben wir vor einigen Tagen:

„In der Geschäftswelt, über die wir in unserem Blog berichten, gibt es immer mal wieder besondere „Moden“. Stadt- und Landkarten gehören dazu, die durch Werbeanzeigen finanziert werden sollen – in letzter Zeit auch immer öfter.“

Jetzt wurde uns die nächste Firma bekannt, die mit so etwas an Geld zu kommen versucht. Die A&G Design u. Medienverlag, Inh. Anja Grünewald e. Kfr. aus 45326 Essen, in Kurzform A&G Design u. Medienverlag. Das Geschäft der 1968 geborenen Anja Grünewald liest sich dann etwa so: „Objekt: Bürgerinformation, Umg./Kreiskarte“.

Bis knapp 2.710 EUR sollen Betroffene an sie zahlen, verlangt der A&G Design u. Medienverlag. Für was eigentlich, wird nicht recht deutlich. Doch so, wie es der A&G Design u. Medienverlag versucht, kommen jedenfalls keine wirksamen Verträge zustande.


Mit einem Anruf beginnt es

Gewerbetreibende und Freiberufler in ganz Deutschland werden von dem A&G Design u. Medienverlag angesprochen. Bald danach wird ihnen ein vorgefertigtes Anzeigenformular per E-Mail oder Fax übersandt. Mit „Anzeigenauftrag ist es überschrieben. Klein darunter heißt es weiter: „unabhängiger Verlag von Kreisen und Städten“. Eine Anzeige, mit der die Angesprochenen bereits anderweitig werben, ist darin eingefügt. Derjenige, der die Gewerbetreibenden und Freiberufler anspricht, macht häufig seine Sache gut, jedenfalls aus Sicht des A&G Design u. Medienverlag. Nämlich dann, wenn so Angesprochene danach davon ausgehen, es könnte sich um die erneute Anzeigenschaltung in der bisherigen Publikation handeln. Und das Formular unterschreiben und per Mail oder Fax zurück schicken.

[Beispiel eines Formulars des A&G Design u. Medienverlag Anja Grünewald für einen Anzeigenauftrag]


Rechnungen und Mahnungen folgen

Die Rechnung kommt bald danach. Bis zu 1.354,62 EUR brutto werden für eine kleine Anzeige vom A&G Design u. Medienverlag verlangt. Überwiesen werden soll auf ein Konto bei der Postbank Essen. Später folgen Zahlungserinnerungen, Mahnungen, allerletzte Mahnungen und Drohungen mit vielerlei Ungemach, wenn man nicht zahlen würde. So, wie man es von solchen Firmen kennt. Jedes Mal mit zusätzlichen Gebühren.

[Beispiel einer 2. Mahnung des A&G Design u. Medienverlag]

Doch dabei bleibt es nicht. Zweimal soll man innerhalb eines Jahres zahlen, heißt es im Formular. Manchmal noch häufiger. „Die Vertragslaufzeit beginnt ab Unterzeichnung des Anzeigenauftrages und verlängert sich um jeweils ein Jahr, falls dieser nicht fristgerecht drei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird“, steht im Kleingedruckten.


Formular mit zweifelhaftem Inhalt

Aber unabhängig davon, wie die Firma A&G Design u. Medienverlag es schaffte, an Unterschriften unter ihr Werbeformular zu gelangen; damit ist kein wirksamer Vertrag zustande gekommen. Wie wir Juristen es auf Latein sagen: es mangelt an den essentialia negotii.

Dazu muss man sich nur das Auftragsformular näher anschauen. Es geht um ein „Objekt: Bürgerinformation“. Was für eines? „Umg./Kreiskarte“ heißt es in einem der bereits angekreuzten Kästchen, oben rechts. Wesentlich mehr an Beschreibung bekommt man nicht zu lesen, außer: „mindestens 1000 pro Auflage“. Nicht einmal deren Größe wird angegeben. Wann soll sie innerhalb des Jahreszeitraums erscheinen? Das Formular schweigt dazu. Sie soll wohl verteilt werden, denn es heißt: „Die Verteilung erfolgt auf Postalischem Weg an Inserenten sowie öffentliche Einrichtungen.“ Doch an welche? Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl? Und in welchen Orten soll das geschehen?

Mit „Kreisen und Städten“, von denen man ein Verlag sei, wie es in der Unter-Überschrift des Formulars heißt, hat dieser A&G Verlag nichts zu tun.


Unauffällige Anschrift im Wohngebiet

Schaut man sich die von dem A&G Design u. Medienverlag angegebene Anschrift Nobermanns Hude 25 in 45326 Essen von außen an, vermutet man nicht, dass sich in dem zweigeschossigen Miethaus in einem Wohngebiet des Stadtteils Essen-Altenessen Süd ein Verlag finden könnte.

Und überhaupt: die Hand würden wir nicht dafür ins Feuer legen wollen, dass die im Handelsregister des Amtsgericht Essen (HRA 9723) eingetragene Inhaberin Anja Grünewald die tatsächliche Alleinentscheiderin ist. Bei vergleichbar arbeitenden Firmen erlebt man es immer wieder, dass im Hintergrund andere stehen, die zumindest mitreden.


Forderungen lassen sich abwehren

Immer wieder werden Rechnungen dieser Art bezahlt. Von einigen, weil sie nichts merken. Von anderen, die ihre Ruhe haben wollen. Und die so dazu beitragen, dass solcherlei Werbegeschäfte kein Ende finden. Doch derart zustande gekommene Verträge sind angreifbar.

Wenn man eine Rechnung für einen angeblich auf diese Weise mit der A&G Design u. Medienverlag, Inh. Anja Grünewald e. Kfr. zustande gekommenen Auftrag erhält, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich dagegen wehren zu können. Gerne können Sie uns ansprechen. Mailen sie uns – unverbindlich – die Unterlagen; wir melden uns dann.



[Anzeigenbetrug mit der Kölner Masche]


Ohne sie geht gar nichts:
[Callcenter - Maschinenräume der Abzockerszene]



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