Trotz Ermittlungen gegen Schweriner Abzockerszene – mit ZaBu GmbH auf Kundenfang für mein-businessdeal.de

24.07.2016 - Im Wild-West-Filmen gewinnt mitunter der, dem alles egal ist. Man könnte meinen, dass die Abzockerszene sich das zum Vorbild genommen hat. Da wird dann schon mal munter weiter gemacht, auch wenn die Staatsanwaltschaft bereits ermittelt.

Vor einem Jahr berichteten wir von Ermittlungen der Schweriner Staatsanwaltschaft gegen die dortige Abzockerszene. Rund 2500 Gewerbetreibende galten als geschädigt.

[Zum Blog-Beitrag vom 02.07.2015: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schweriner Abzockerszene]

Doch als sei nichts geschehen, ist auch Mitte 2016 die in 19061 Schwerin ansässige ZaBu GmbH mit ihren Geschäftsführern, dem im August 1981 geborenen Marcel Bruhn und der im April 1981 geborenen Madlen Zanner immer noch einschlägig aktiv. Gewerbetreibende und Freiberufler im deutschsprachigen Raum sollen für die von der ZaBu GmbH ergatterten Brancheneinträge auf deren Internetseite mein-businessdeal.de viel Geld zahlen. Wofür sie wenig brauchbare Gegenleistung erhalten.


Als erster Kontakt - eine Legende

Mit einem Anruf bei einem Gewerbetreibenden oder Freiberufler geht es in der Regel los. Mit etwa folgender Legende: man wäre bislang kostenlos in einem Verzeichnis eingetragen. Ab jetzt müsste aber gezahlt werden; man wolle die Daten abgleichen. Der Mensch am anderen Ende der Leitung ist geschickt. Etliche Angerufene glauben schließlich, in der Hektik des Geschäftsalltags eine Kündigungsfrist übersehen zu haben. Sie stimmen einem Vorschlag zu, sich nur noch für mehr oder minder kurze Zeit zu binden. Weil sie meinen, dann noch am günstigsten davon zu kommen. In einem zweiten Anruf lässt man sich das „ja“ der Betroffenen noch einmal bestätigen. Und zeichnet dieses auf. Eine Bezugnahme auf die Story im ersten Anruf erfolgt dabei nicht.

Die Rechnung kommt bald danach. Beispielsweise 332,01 EUR sollen dann die Betroffenen an die ZaBu GmbH zahlen. Für einen „Premium Startseiten Eintrag mit Google Generierung auf mein-businessdeal.de“, wie es in der Rechnung heißt. Als Bankverbindung wird die Commerzbank AG angegeben. Kurz danach folgen Zahlungserinnerungen, Mahnungen und allerletzte Mahnungen. Versehen mit immer neuen Gebühren für Mahnung und Porto.

[Beispiel einer 2. Mahnung der ZaBu GmbH für einen Eintrag bei mein-businessdeal.de]

Viel zu viele zahlen über kurz oder lang; sonst hätte sich das Geschäftsmodell schon längst erledigt.

Die ZaBu GmbH ist seit Dezember 2014 im Handelsregister des Amtsgericht Schwein zum Aktenzeichen HRB 12031 eingetragen. Als Geschäftsgegenstand der mit einem Stammkapital von 25.000 EUR ausgestatteten Gesellschaft ist dort vermerkt: „Internetpräsentation für Unternehmen und alle damit im Zusammmenhang stehenden Tätigkeiten.“


Nicht das erste Projekt von Zanner und Bruhn

Marcel Bruhn und Madelen Zanner, die Geschäftsführer der ZaBu GmbH, waren schon zuvor im Geschäft mit einschlägigen Internetverzeichnissen. Als Lokale-Gewerbe-Auskunft Zanner u. Bruhn GbR. Oder als Regional Gewerbe Verzeichnis M. Zanner. Mit der immer gleichen Masche. In unserem Blog berichteten wir darüber.

[Zum Blog-Beitrag vom 04.10.2013, mit diversen Updates, zuletzt vom 06.10.2014 - Wieder Schwerin: Regional Gewerbe Verzeichnis Sabine Hennig und Lokale-Gewerbe-Auskunft Zanner u. Bruhn GbR]

[Zum Blog-Beitrag vom 18.10.2013 - 2. Teil: Regional Gewerbe Verzeichnis Sabine Hennig und Lokale-Gewerbe-Auskunft Zanner u. Bruhn GbR]


Wer braucht mein-businessdeal.de?

„Portal für Handwerker & Dienstleistungen - Aufträge & Ausschreibungen“ heißt es auf der Startseite von mein-businessdeal.de der ZaBu GmbH. Doch die Zahl der Einträge ist überschaubar. Eine niedrige dreistellige Anzahl konnten wir heute feststellen. Auch können wir nicht erkennen, dass die Seite mein-businessdeal.de nachhaltig beworben wird. Die Folge: man kennt sie nicht, man braucht sie nicht.


Forderungen lassen sich abwehren

Verträge, die unter Vortäuschung falscher Tatsachen zustande gekommen sind, kann man angreifen. Je früher desto besser. Gerne können Sie uns ansprechen. Am besten mailen Sie uns erst einmal – unverbindlich – Ihre Unterlagen. Außerdem ein Gedächtnisprotokoll, aus dem sich der genaue Inhalt der Telefonate ergibt. Wir melden uns dann.


Seien Sie unhöflich bei Spam-Anrufen!

Wenn es einer Firma gelang, mit einem Spam-Anruf an einen Internetverzeichnis-Auftrag zu kommen, ist der nächste Anrufer nicht weit; kein Wunder, hängt doch in dieser speziellen Geschäftswelt vieles im Hintergrund zusammen. Der nächste Anruf geht dann etwa so: das erste Telefonat sei nicht aufgenommen worden, die böse Technik. Oder: man hätte vergessen, eine automatische Vertragsbeendigung zu erwähnen. Da sich die Namen der Firmen und Verzeichnisse ähneln, kann auf die Weise der nächste Vertrag untergeschoben werden. Und dann gibt es immer noch den frechen Klassiker: da sei noch ein weiteres Internetverzeichnis, das man nicht rechtzeitig gekündigt habe. Manche sahen sich am Schluss mit drei, vier oder gar noch mehr Verträgen konfrontiert.

Es hilft nur eines: drücken Sie solche Anrufe kommentarlos weg, lassen Sie sich nicht auf ein Gespräch ein. Überhaupt nicht! Diese Art der Kommunikation wird von solchen Leuten verstanden. Nach einiger Zeit haben Sie Ruhe.



Mehr Informationen zur Doppel-Anruf-Masche finden Sie hier:

[Der Trick mit der Doppelanruf-Masche]




Ohne sie geht gar nichts:
[Callcenter - Maschinenräume der Abzockerszene]

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