Mogelpackung aus Sachsen-Anhalt: die Unternehmensauskunft Deutschland aus Teutschenthal

15.10.2018 mit Update vom 12.03.2020 – Ein Etikettenschwindel mit einem Schuss Größenwahn im Namen taucht aus dem sächsisch-anhaltinischen 06179 Teutschenthal auf. Deren Inhaber Sebastian Müller versucht unter der Firmenbezeichnung Unternehmensauskunft Deutschland an Aufträge von Gewerbetreibenden für eine Firmennennung auf seiner Internetseite zu gelangen. Wofür dann ein vierstelliger Betrag verlangt wird.

Doch mit einer Auskunft über die deutschen Unternehmen hat das Ganze nicht das Mindeste zu tun.


Ein geschäftstüchtiger Außendienstler erscheint

Gewerbetreibende und Freiberufler werden von einem Außendienstler der Unternehmensauskunft Deutschland des Sebastian Müller aufgesucht. Aus Sicht der Unternehmensauskunft Deutschland macht er seine Sache gut, wenn er den Ort mit einer Unterschrift unter einem Anzeigenauftrag verlässt.


Dürftigste Gegenleistung

Die Gegenleistung für die Unterschrift ist mehr als dürftig. Ein Eintrag auf der Internetseite Unternehmensauskunft-Deutschland.de. Doch mit einer Unternehmensübersicht hat diese in billigster Aufmachung erscheinende Seite nichts zu tun. Vielleicht 150 Firmen, nur aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, fanden wir heute darin. Bei über einer Million Gewerbebetrieben und Freiberuflern in Deutschland ist die Seite damit für eine Unternehmenssuche so nützlich wie ein Stadtplan, in dem nur Nullkommanulletwas aller Straßen verzeichnet sind.

Wir können auch nicht erkennen, dass die Seite überhaupt beworben wird. Also kennt sie niemand. Ein kostenpflichtiger Eintrag bei Unternehmensauskunft-Deutschland.de dürfte problemlos als heraus geschmissenes Geld zu bezeichnen sein.


Viel Geld wird gefordert

Bald nachdem die Unterschrift geleistet wurde, kommt schon die Rechnung der Unternehmensauskunft Deutschland des Sebastian Müller. Das Geld soll auf ein Konto bei der Postbank Frankfurt am Main gehen. Zwei Prozent Skonto können bei einem Zahlungseingang innerhalb von sieben Tagen abgezogen werden.

Wer glaubt, mit der darin verlangten Zahlung von 714,00 Euro brutto würde Ruhe gefunden werden, sieht sich getäuscht. Heißt es doch in dem Kleingedruckten auf dem Auftragsformular:

„Der vereinbarte Preis gilt pro Vertragsjahr und entsteht für jedes weitere Jahr neu. […] Mit dem Datum des Vertragsabschlusses läuft der Vertrag zunächst zwei Jahre.“

Das sind dann schon 1.228,00 Euro brutto. Manchmal aber noch mehr. In den Auftragsbedingungen findet sich vorgedruckt noch eine weitere, folgenschwere Klausel:

“Das Vertragsverhältnis verlängert sich um ein weiteres Jahr, sofern dieses nicht spätestens drei Monate vor Ablauf des jeweiligen Vertragsjahres schriftlich gekündigt worden ist.“

Wer nicht zahlt, erhält etliche Zahlungsaufforderungen, Mahnungen und allerletzte Mahnungen.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Unternehmensauskunft Deutschland würde der Besteller mit seiner Unterschrift anerkennen, heißt es ebenfalls in dem Anzeigenformular. Das sind dann offenbar andere, als das Kleingedruckte auf dem Formular. Doch auf der Internetseite Unternehmensauskunft-Deutschland.de sucht man sie vergeblich.

[Muster eines Auftragsformulars der Unternehmensauskunft Deutschland, Inhaber Sebastian Müller]


Solche Forderungen lassen sich abwehren

Viel zu viele der Betroffenen zahlen. Einige, weil sie bis zum Schluss nichts merken. Andere, um ihre Ruhe zu haben. Und tragen so dazu bei, dass solche Werbegeschäfte kein Ende finden. Doch so zustande gekommene Verträge sind angreifbar.

Wenn man eine Rechnung für einen mit der Unternehmensauskunft Deutschland, Inhaber Sebastian Müller, zustande gekommenen Auftrag erhält, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich dagegen wehren zu können. Gerne können Sie uns ansprechen. Am besten mailen sie uns – unverbindlich – die Unterlagen; wir melden uns dann.



Update vom 12.03.2020:

Auch im Jahr 2020 belästigt die Unternehmensauskunft Deutschland des Sebastian Müller Betroffene mit Rechnungen und Mahnungen. "Sollten Sie der Forderung nicht nachkommen, werden wir unsere Rechtsanwaltskanzlei mit der Durchsetzung beauftragen […]", heißt es. Gezahlt werden soll auf ein Konto bei der Postbank.




Siehe auch:

[Seit über 100 Jahren: Inseratenschwindel, damals so wie heute]

[Die Abzockerfirmen und ihre Konten]




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